Eine Aufführung des Theaters "Die Katakombe" aus Frankfurt/Main in der Stadtkirche "St Marien".
Die Produktion heißt Martin L., um sich nicht
sklavisch an Luthers Biografie halten zu müssen.
Da wäre nämlich eine Liebesgeschichte mit einer
Erfurter Schönheit namens Ursula nicht möglich
gewesen. So aber: Das Liebesduett “Lass
mich nicht los!” als Ohrwurm. Als ihr Plan, mit dem
angehenden Mönch durchzubrennen, misslingt,
wird sie Nonne. Bei den Bauernkriegen kreuzen sich
ihre Wege nochmals. Die historischen Daten jedenfalls
sind korrekt: Tetzels Ablasshandel, Reichstag zu Worms,
Luther auf der Wartburg, die Bauernkriege des Thomas
Müntzer. Und natürlich fehlt auch das berühmte
Gewitter nicht, in dem Martin gelobt,
ein Mönch zu werden.
Das Musical zeigt die Jugend- und Studienjahre des
Reformators (1483 bis 1546) bis zu den Bauernkriegen.
“Musik ist die beste Gottesgabe und dem Satan sehr
verhasst”, sagte Martin Luther in einer seiner
Tischreden. Dass er selbst einmal Mittelpunkt eines
Musicals sein würde, hätte sich der Reformator aber
sicher nicht gedacht. Die Grundlage für das Musical
schuf das erfolgreiche norwegische Autorengespann
Gisle Kverndokk als Komponist und Oystein Wiik
als Librettist.